Michael Neighbors und Austin Moore - arbeiten als Duo
Die etwas andere Art zu lackieren
In Durham, North Carolina, sitzt Road Scholars, ein Betrieb, der sich auf Porsche-Restaurierungen spezialisiert hat. Dort schwingen zwei Ausnahmekönner die Pistolen, wie man sie sonst nirgendwo trifft. Michael Neighbors und Austin Moore arbeiten zu zweit. Und sie verwandeln blankes Metall in Kunstwerke. In einer einzigartigen Partnerschaft, die auf Rhythmus, Präzision und Vertrauen basiert.
Road Scholars hat im Lauf der Jahre über hundert Concours-Siege angesammelt und ist einer der wenigen Restaurateure, die die begehrte „Triple Crown“ gewonnen haben. In ihrem Fall mit einem seltenen Porsche Wettbewerbsrenner. Der restaurierte Porsche 356B Carrera Abarth, von dem ganze 20 Exemplare gebaut wurden, holte den Klassensieg beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este, beim Amelia Island Concours d’Elegance sowie beim Pebble Beach Concours d’Elegance.
Vom Mentor zum Partner
Die gemeinsame Geschichte der beiden reicht weiter zurück als bis zu den Anfängen bei Road Scholars. Vor mehr als zehn Jahren fing Austin bei Detroit Speed an, in der Fertigung von Fahrwerkskomponenten. Dort traf er auf Michael, der bereits im Karosserie- und Lackiererhandwerk arbeitete. Austin wollte mehr darüber wissen … und von diesem Zeitpunkt an lernte er alles übers Lackieren von Michael.
„Am Anfang habe ich einfach jede Bewegung imitiert, die Micheal gemacht hat“, sagt Austin. Michael hält ihm zugute, dass er sehr schnell gelernt hat, aber im Spaß merkt er an, dass Austin im Lauf der Jahre einen Dickkopf entwickelt hat. Die beiden haben zu ihrem Rhythmus gefunden, der sie auch in der Lackierkabine trägt. „Jeder von uns übernimmt eine Seite, und am Ende treffen wir uns. Egal ob bei Karosseriearbeiten, Abkleben oder Lackieren – wir arbeiten einfach gut zusammen“, erklärt Michael. „Wenn wir uns zu nahe kommen, rücken wir ein bisschen – das ist wie tanzen.“ Die beiden reißen ständig Witze und machen sich übereinander lustig, fast wie ein altes Ehepaar.
Ein Blick zurück
Michael machte seine ersten Schritte in der Branche schon früh. Mit der Unterstützung seiner Mutter bekam er einen Job beim örtlichen Karosseriebetrieb. Später ermutigte sie ihn, seine Fähigkeiten zu erweitern – so kam er ans Randolf Community College, wo er neben Schweißen noch viele weitere Dinge lernte. Mit 30 fing er bei Kyle Tucker an, der den größten Einfluss auf seine Karriere hatte. „Ich war jung und dachte, ich wüsste schon alles. Aber er hat mich zum Profi gemacht. Ich habe großen Respekt vor ihm.“
Austins Interesse am Lackieren begann in der High School, bei der Arbeit an seinem Abschlussprojekt – der Gestaltung einer Tür bei einem Rennwagen. Seine Neugier war geweckt. Nach seinem Abschluss ging Austin zur Automotive School in Mooresville, North Carolina, mit dem Schwerpunkt Mechanik. Der entscheidende Wendepunkt war, als er Michael traf. „Ich sehe wirklich zu Michael auf. Er gab mir eine Chance, als ich ein kleiner Junge war und noch viel zu lernen hatte“, erzählt Austin. „Ich bin dankbar.“
Den Flow finden
Die beiden sehen jedes Auto, das in die Lackierkabine kommt, als Gelegenheit, es besser zu machen als beim vorigen. Perfektion ist nicht bloß eine Option, sondern verpflichtend. In der Welt der Concours-Restaurierungen sind die Ansprüche hoch: Ziel ist nicht, Perfektion nach heutigen Maßstäben oder Hersteller-Standards zu erreichen. Es geht darum, so zu lackieren, wie es damals gemacht wurde, sprich: zeitgenössisch.
Die beiden sind mittlerweile so lange dabei, dass die Zeit in der Lackierkabine für sie fast schon Erholung ist. Wenn ein Auto in die Kabine rollt, haben sie zuvor schon drei oder vier Monate daran gearbeitet. Lackieren bedeutet, dass es auf die Zielgerade geht – und das genießen sie: zu sehen, wie all die harte Arbeit, die Zeit und die Mühe zu einem Abschluss kommen.
Micheal und Austin arbeiten beide schon seit Jahren mit SATA Lackierpistolen; sie sind mit der Marke groß geworden und vertrauen bei jedem Projekt darauf. Zusammen haben sie etwa 15 Lackierpistolen in ihrer Sammlung, darunter einige Sondereditionen. Für den Klarlack ist die SATAjet X 5500 RP 1,3 I ihr Favorit.
Ein weiteres Highlight ihrer Zusammenarbeit: der 1969er „Black“ Camaro, der für einen Auftritt beim Ridler Award gebaut wurde. Das Auto gewann den „Great 8“ beim Ridler Contest, wurde „Goodguys Street Machine of the Year“, holte die „Shades of the Past“ Triple Crown und siegte beim SEMA Battle of the Builders.
Am Ende sind es nicht nur die Autos, die ihre Arbeit ausmachen – es ist das Vertrauen, das zwischen den beiden herrscht, und die Liebe fürs Handwerk, die sie teilen.